Total Cost of Ownership

Total Cost of Ownership – Definition und Berechnung

Unternehmen investieren zunehmend in die digitale Transformation, um Prozesse zu beschleunigen, Effizienz zu steigern und Kosten zu senken. Doch die Praxis zeigt, dass diese Erwartungen nicht immer erfüllt werden; stattdessen können unerwartete Kostensteigerungen auftreten. Daher ist eine präzise Kostenkalkulation vor der Einführung neuer Softwarelösungen unerlässlich. Dieser Artikel richtet sich an Entscheidungsträger und Stakeholder, die an der Bewertung und Implementierung von PIM-Software beteiligt sind, insbesondere an jene, die Technologieinvestitionen abteilungsübergreifend rechtfertigen müssen. Ob Sie als CFO die Kosteneffizienz beurteilen, als CIO die digitale Infrastruktur gestalten oder als Projektleiter einen Transformationsprozess steuern ‒ dieser Leitfaden bietet eine fundierte, datenbasierte Entscheidungsgrundlage für nachhaltigen Mehrwert.

Eisblock schwimmt im Wasser und zeigt die offensichtlichen kosten im oberen Teil des Bildes und die versteckten Kosten im unteren Teil des Bildes.

1. Begründung der Gesamtkosten des Eigentums (TCO)

Bei der Implementierung von Softwarelösungen ist es entscheidend, dass Investitionsentscheidungen und Budgetplanungen auf einer umfassenden Kostenanalyse basieren. Oftmals konzentrieren sich Entscheidungsträger jedoch ausschliesslich auf die Anschaffungskosten, während die nachfolgenden Betriebskosten ignoriert oder übersehen werden. Dies kann zu erheblichen Problemen führen, wie das Beispiel von Open-SourceLösungen verdeutlicht:

Beispiel Open Source: Open-Source-Lösungen werden häufig aufgrund ihrer kostenfreien Nutzung (geringe Anschaffungskosten) gewählt. Der mangelnde Support kann jedoch unvorhergesehene Folgekosten (Betriebskosten) verursachen und das Unternehmenswachstum behindern. Das TCO-Modell ermöglicht es Unternehmen, über die anfänglichen Kosten hinaus alle relevanten Ausgaben zu berücksichtigen und fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen. Richtig angewendet, trägt es zur kontinuierlichen Maximierung des Return on Investment (ROI) bei. Doch wie berechnet man die TCO für Softwarelösungen und optimiert gleichzeitig den ROI?

 

2. Berechnung der Gesamtkosten des Eigentums (TCO)

Definition TCO: Das TCO-Modell ist eine Methode zur Erfassung und Berechnung aller Kosten einer Investition über deren gesamten Lebenszyklus hinweg. Es existieren verschiedene TCO-Modelle, die darauf abzielen, alle Kosten zu erfassen, die durch Anschaffung, Betrieb und Nutzung von Softwarelösungen und deren Infrastruktur entstehen. Diese Modelle unterscheiden zwischen direkten und indirekten Kosten und berücksichtigen auch Opportunitätskosten, um auf versteckte Kostenposten aufmerksam zu machen.

 

3. Kostenkomponenten von Softwarelösungen

Der Hauptzweck eines TCO-Modells ist es, im Rahmen von Investitionsentscheidungen möglichst viele Kostenkomponenten zu verstehen, zu kontrollieren und zu optimieren. Eine TCO-Analyse berücksichtigt Anschaffungs-, Betriebs- und Entsorgungskosten. Für schwer erfassbare Kostenposten dienen Referenz- und Erfahrungswerte als Grundlage.

a. Anschaffungskosten

Diese Kosten sind oft der zentrale Punkt bei Softwareevaluationen und Verhandlungen. Sie umfassen alle Ausgaben, die notwendig sind, um eine Software betriebsbereit zu machen, darunter:

  • Entwicklungs- oder Lizenzkosten
  • Aufwendungen für Integration und Implementierung
  • Schulungskosten für IT-Personal und/oder Poweruser
  • Kosten für Support- und Wartungsverträge

Besonders Support- und Wartungsverträge können erhebliche Kostentreiber sein, wobei die Servicepakete der Softwarehersteller stark variieren. Ein firmeninterner Support bindet ebenfalls Ressourcen und verursacht Verwaltungs- sowie Personalkosten, die in die TCO einbezogen werden müssen. Im Vergleich zu massgeschneiderten Individuallösungen sind die Anschaffungskosten für Out-of-the-Box-Produkte in der Regel geringer, die Gesamtkosten können jedoch langfristig höher ausfallen, insbesondere bei notwendigen Anpassungen.

b. Betriebskosten

Betriebskosten umfassen alle Ausgaben, die nach der Anschaffung einer Softwarelösung laufend für deren Betrieb und Nutzung anfallen können. Beispiele für direkte und indirekte Kosten sind:

  • Wartung und Reparaturen
  • Upgrades und Erweiterungen
  • Schulungen und Weiterbildungen
  • Qualitätssicherungsmassnahmen, Audits
  • Produktivitätsverluste durch Ausfallzeiten oder falsche Nutzung

Diese Kosten können einen erheblichen Anteil der Gesamtkosten ausmachen. Daher sind eine regelmässige Überprüfung der Software sowie der damit verbundenen Abläufe und Prozesse wichtig. Auch Kosten für Desaster-Recovery-Pläne und Backups sollten von Anfang an eingeplant werden. Da kein System hundertprozentige Sicherheit bietet, ist die Unterstützung von Experten, die die Lösung kennen, aktuell halten und eine korrekte Anwendung gewährleisten können, von grosser Bedeutung. Gute Softwareanbieter zeichnen sich durch die Förderung von Upgrades und Weiterentwicklungen sowie die Integration von Schulungen für neue Versionen oder Funktionen aus.

c. Entsorgungskosten

Entsorgungskosten entstehen bei der Stilllegung eines Systems am Ende seiner Nutzungsdauer, wenn es veraltet ist oder nicht mehr den Unternehmensanforderungen entspricht. Dazu gehören typischerweise:

  • Entfernung der Software aus der Systemlandschaft
  • Übergangskosten, wie die Integration eines neuen Systems
  • Anpassungen der Infrastruktur
  • Datenmigration
  • Prozessaktualisierung
  • Umschulung der Mitarbeiter
  • Ausfallzeiten/Produktivitätsverluste
Darstellung was alles zum Total Cost of Ownership dazugehört nämlich Anschaffungskosten + Betriebskosten + Emtsorgungskosten

4. Qualität der TCO-Analyse

Die Qualität einer TCO-Analyse hängt von der Expertise der Projektverantwortlichen und der Datenverfügbarkeit ab. Die Berechnung der Betriebskosten kann sich als schwierig erweisen, da Ausfallzeiten oder Sicherheitsprobleme schwer vorherzusagen sind. Referenz- und Erfahrungswerte anderer Unternehmen sowie die Unterstützung von Beratern können hier Orientierung bieten. Die Kosten-Nutzen-Kalkulation bei Technologien ist komplex und dynamisch, da sich Rahmenbedingungen, die das Kosten-Nutzen-Verhältnis beeinflussen, ständig ändern können.

 

5. Best Practices bei der Softwareauswahl

Folgende Punkte sind für ein Best-Practice-Vorgehen bei der Softwareauswahl entscheidend:

  • Bedeutung von Daten: TCO-Berechnungen sind ressourcenintensiv und erfordern Daten aus verschiedenen Abteilungen und Quellen. Eine gute und aktuelle Datengrundlage ist daher eine wichtige Voraussetzung.
  • Versteckte Kosten erkennen: Viele Unternehmen überspringen die TCO-Analyse, was oft zu Kaufentscheidungen führt, die langfristig durch versteckte Kosten die Bilanzen belasten.
  • Prozessintegration der TCO: Es ist ratsam, die TCO direkt in Softwareevaluationsprozesse zu integrieren und die Optionen auf dieser Grundlage zu vergleichen.
  • Faktor Zeit: Die TCO sollte zeitnah zum Softwarekauf berechnet werden, da viele Kostenposten zeitabhängig sind und Faktoren wie Inflation, Marktveränderungen oder neue gesetzliche Regelungen Preisschwankungen verursachen können.
  • Korrekte Zeitspanne: Eine geeignete Zeitspanne für die Kostenberechnung muss ermittelt werden. Eine TCO-Berechnung für zehn Jahre ist beispielsweise nicht sinnvoll, wenn eine Software typischerweise nach fünf Jahren veraltet ist.

 

6. Kosten-Nutzen-Analyse & ROI

Digitalisierungsprojekte, wie die Implementierung einer PIM- oder DAM-Lösung, sind mit hohen Investitionskosten verbunden, was den Druck auf Projektverantwortliche erhöht, transparent zu berichten und Ausgaben zu rechtfertigen. Oftmals wird dabei eine rein kostenorientierte Betrachtungsweise gewählt, wodurch der potenzielle Nutzen der Software, wie gesteigerte Produktivität und Geschäftswachstum, ausser Acht gelassen wird. Dies ist ein Fehler. Eine Erweiterung der TCO um eine Kosten-Nutzen-Analyse stellt sicher, dass die eigentlichen Ziele des Digitalisierungsprojekts nicht aus dem Blick geraten. Eine ROISchätzung im Evaluationsprozess hilft zudem, kritische und strategisch relevante Bereiche frühzeitig zu identifizieren. Bei der Softwareimplementierung geht es nicht nur um die Integration von Technologie, sondern auch um die Neuausrichtung von Abläufen und Prozessen, um das volle Potenzial der Software auszuschöpfen. Daher sollten bei der TCOErmittlung und der Auswahl des Softwareanbieters nicht nur direkte, sondern auch indirekte Faktoren berücksichtigt werden. Indirekte Faktoren können positive, nicht eindeutig monetär messbare Folgen der Softwareeinführung sein, wie eine zukunftsorientierte Unternehmensausrichtung, eine verbesserte Customer Experience und eine insgesamt gesteigerte Produktivität.

 

Fazit

Die Total Cost of Ownership (TCO) umfasst alle direkten und indirekten Kosten über den gesamten Lebenszyklus einer Softwarelösung ‒ von der Implementierung über den Betrieb bis zur Weiterentwicklung. Nur wer alle Kostenfaktoren berücksichtigt, kann fundierte Entscheidungen treffen und die langfristige Wirtschaftlichkeit der Investition sicherstellen. Bei der Softwareauswahl lohnt es sich, über den Tellerrand zu blicken:

  • Bestimmen Sie die TCO frühzeitig.
  • Berücksichtigen Sie nicht nur alle Kosten, sondern erstellen Sie auch eine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse.
  • Beziehen Sie den ROI in Ihre Berechnung ein.
  • Berücksichtigen Sie indirekte, nicht unmittelbar monetär messbare Aspekte.
  • Setzen Sie von Anfang an auf kontinuierliche Optimierung.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie die TCO beim Einsatz von PIM & DAM berechnen, kontaktieren Sie uns gerne für eine Beratung.