Wie Black Friday die Anforderungen an das E-Commerce verändert hat
Als 2016 der Black Friday seinen Weg in die Schweizer E-Shops fand, waren viele führende Händler wie Manor, Interdiscount, Microspot und Digitec nicht auf den Ansturm vorbereitet. Die Folge: Ihre Webshops brachen unter der Last der Besucherzahlen zusammen und waren zeitweise nicht erreichbar. Kunden wurden auf später vertröstet, Umsatz ging verloren. Diese Vorfälle verdeutlichen, wie sehr Black Friday die Anforderungen an einen E-Shop verändert hat und wie wichtig eine skalierbare und robuste E-Commerce-Infrastruktur ist.
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Ursprung und Idee hinter dem Black Friday
Der Black Friday hat seinen Ursprung in den USA und fällt traditionell auf den Freitag nach dem amerikanischen Erntedankfest (Thanksgiving). Ursprünglich galt er als Startschuss für das Weihnachtsgeschäft – ein Tag, an dem Händler mit grosszügigen Rabatten Kunden in die Läden lockten. In den letzten Jahren hat sich dieser Verkaufstag jedoch stark verändert und weltweit, besonders auch im Onlinehandel, Fuss gefasst. Heute steht der Black Friday stellvertretend für aggressive Preisaktionen und einen massiven Anstieg des Konsumverhaltens – online wie offline.
Die Bedeutung des Black Friday für den Schweizer E-Commerce
Auch in der Schweiz ist der Black Friday längst angekommen – und hat sich in kürzester Zeit zu einem der umsatzstärksten Tage im Onlinehandel entwickelt. Laut einer Auswertung von Blackfridaydeals.ch betrug im Jahr 2023 der Online-Umsatz am Black Friday in der Schweiz rund 115 Millionen Schweizer Franken.
Das Kaufverhalten der Schweizer Kundschaft in den letzten Jahren deutlich verändert: Preisvergleiche, Verfügbarkeit in Echtzeit, schnelle Ladezeiten und einfache Checkout-Prozesse sind nicht mehr nur “nice to have”, sondern werden erwartet – insbesondere an Aktionstagen wie dem Black Friday.
Ist Ihr Shop dem Ansturm gewachsen?
Der Black Friday stellt technische wie organisatorische Herausforderungen an den E-Commerce. Eine fehlerhafte Performance am Aktionstag kann nicht nur Umsätze kosten, sondern auch nachhaltig das Vertrauen der Kundschaft beeinträchtigen. Folgende Aspekte sind zentral:
Was also sind die konkreten Anforderungen?
- Produktinformationen & Verfügbarkeit: Sind Ihre Produktdaten vollständig, aktuell und ansprechend aufbereitet? Gerade bei grösserem Traffic muss die Informationsqualität stimmen – hier spielt ein leistungsfähiges PIM-System seine Stärken aus. Hilfreich kann dabei zudem die Integration einer KI im PIM System sein.
- Automatisierung von Inhalten: Mit Database Publishing können Print- und Online-Kampagnen effizient und konsistent erstellt werden – ideal für Black Friday Aktionen, die kurzfristig angepasst werden müssen.
- Mobilfreundlichkeit & UX: Viele Nutzer shoppen über mobile Endgeräte. Ein optimiertes Design und ein reibungsloser Checkout-Prozess sind entscheidend.
- Integration & Synchronisierung: Aktionen müssen über alle Kanäle hinweg – Shop, Newsletter, Social Media – abgestimmt sein. Schnittstellen zwischen PIM, ERP und Shop-System sind dafür essenziell.
- Performance & Skalierbarkeit: Kann Ihre E-Commerce-Plattform den plötzlichen Anstieg an Besuchern und Transaktionen bewältigen? Cloud-basierte Lösungen und ein durchdachtes Caching-Konzept sind heute Pflicht.
Performance & Skalierbarkeit: Die technischen Überlebensfaktoren im E-Commerce
In der digitalen Welt entscheidet die Sekunde – oder sogar der Millisekundenbereich – darüber, ob ein Verkauf zustande kommt oder nicht. Besonders an verkaufsstarken Tagen wie dem Black Friday sind die Anforderungen an die technische Infrastruktur eines Onlineshops extrem hoch. Was bedeutet das konkret?
Technische Anforderungen an skalierbare Shop-Systeme
Ein leistungsfähiger E-Commerce-Shop sollte folgende Anforderungen erfüllen:
| Anforderung | Beschreibung |
|---|---|
| Horizontal skalierbar | Möglichkeit, mehrere Instanzen des Webshops parallel zu betreiben (Load Balancing). |
| Cloud-native Infrastruktur | Nutzung von skalierbaren Cloud-Diensten (z. B. AWS, Azure, Google Cloud), um Ressourcen je nach Bedarf automatisch anzupassen. |
| CDN-Integration | Einsatz eines Content Delivery Networks (z. B. Cloudflare, Akamai), um statische Inhalte (Bilder, Stylesheets, Skripte) schnell und weltweit verfügbar zu machen. |
| Caching auf mehreren Ebenen | Seiten-, Datenbank- und Objekt-Caching (z. B. Varnish, Redis) zur Reduktion der Serverlast. |
| Asynchrone Verarbeitung | Hintergrundverarbeitung von Bestellungen, E-Mail-Versand oder Lageraktualisierungen, damit der Nutzer nicht auf Antwortzeiten warten muss. |
| Monitoring & Alerting | Echtzeitüberwachung von Systemlast, Verfügbarkeit und Ladezeiten mit automatischer Alarmierung bei Engpässen. |
Typische Engpässe – und wie man sie vermeidet
- Datenbanküberlastung
→ Lösung: Einsatz von Read-Replicas, Indexoptimierung, Caching der häufigsten Queries.
- Flaschenhals bei Produktinformationen
→ Lösung: Ein zentrales PIM-System sorgt für strukturierte, schnell abrufbare Produktdaten – unabhängig vom Traffic.
- Checkout-Probleme bei hoher Last
→ Lösung: Lasttests im Vorfeld, Transaktionsoptimierung, redundante Architektur.
Vorbereitung durch Lasttests und Simulationen
Technisches Vertrauen entsteht durch Vorbereitung. Ein regelmässiger Lasttest vor dem Black Friday kann zeigen:
- Wo der Shop an seine Grenzen kommt.
- Wie viele gleichzeitige Nutzer das System verkraftet.
- Welche Seiten oder Prozesse kritisch sind (z.B. Produktdetailseite, Warenkorb, Checkout).
Fazit
Der Black Friday ist mehr als ein Tag mit Rabatten – er ist ein Stresstest für Ihr gesamtes E-Commerce-System. Wer heute professionell verkaufen will, braucht nicht nur ein attraktives Angebot, sondern auch eine stabile, integrierte und performante Infrastruktur. Als Spezialist für PIM, E-Commerce und automatisierte Publikation unterstützen wir Sie dabei, Ihre Systeme für Spitzenzeiten wie den Black Friday fit zu machen.